Burkini Verbot als Kulturkrieg?

Lang und breit wurde es in Frankreich diskutiert: das Burkini Verbot. Dass dieser Gesetzesvorschlag mehr symbolischen Wert hat und die daraus resultierenden Veränderungen in der Debatte eigentlich zweitrangig sind, steht außer Frage. Schließlich geht derzeit ein spürbarer Rechtsruck durch ganz Europa. Das erfolgreiche Durchsetzen dieses klar islamophoben Gesetzes wäre – gerade da es sich bei der “Grand Nation” um eine wichtige Nation Westeuropas handelt – ein starkes Signal für alle fremdenfeindlichen Kräfte, sowohl politisch als auch allgemein. Gleichzeitig wäre es auch eine feindlich gesinnte Botschaft nach außen. Man kann den Befürwortern in Bezug auf das Burkini Verbot noch so oft erklären, wie stark eine grundlegende, islamophobe Haltung dem islamistisch geprägten Terrorismus in die Karten spielt. In einem freien Land sollte es die Freiheit geben, sich zu jeder Gelegenheit so zu kleiden, wie man es für richtig hält. Zumindest solange es keine gezielte und gewollte Provokation darstellt. Zum Glück bewies das französische Verwaltungsgericht doch noch gesunden Menschenverstand und machte das Gesetz kürzlich vorübergehend ungültig. Die Aussichten, dass juristische Maßnahmen dem immer größer werdenden gesellschaftlichen Druck von Rechts standhalten, sind auf lange Sicht leider ernüchternd.

Das Burkini Verbot beschäftigt aktuell ganz Frankreich

Kultur der DDR – die Wiege des Upcyclings?

Die Kultur der DDR war bunt und vielfältig

Die Kultur der DDR war bunter als viele es vielleicht glauben möchten. Zwischen Zensur und Rebellion war Kultur für viele DDR Bürger eines der Ventile, um ihren Ärger über die bestehenden Missstände Luft zu machen. Auf der anderen Seite zeugt Kultur der DDR von der Kreativität ihrer Bürger und von der Fähigkeit, aus wenig viel zu machen. Viele für uns heute selbstverständliche Dinge des Alltagsgebrauch waren in der DDR nur unter der Ladentheke oder durch Beziehungen zu erhalten und auch dann nur in begrenztem Umfang. Von der Kreativität und dem Geschick der DDR Bürger erzählt auch die Sonderausstellung “Olle DDR” in Apolda. Das was wir heute Upcycling nennen, also aus scheinbar Nutzlosem und zum Wegwerfen bestimmten Dingen Nützliches zu schaffen, war in der DDR gang und gäbe. So finden sich in der Ausstellung Kuriositäten vom Schlüsselanhänger aus Blech bis zur Spiegeleinfassung aus Holzklammern. Was heute als Kunst verkauft werden könnte, entstand damals aus der Not heraus, nichts Besseres zu haben – und Not macht bekanntermaßen erfinderisch. Die Sonderausstellung bringt ihren Besuchern ein spannendes Stück DDR Geschichte näher und ist daher nicht nur ehemaligen DDR Bürgern, sondern allen anderen zu empfehlen.

Andere Kulturen – auch ohne Weltreise

Andere Kulturen hautnah erleben: in Düsseldorf ist es möglich

Wer interessiert sich im heutigen Zeitalter nicht für andere Kulturen? Vor allem Fremdes und Exotisches ist dank stetiger Globalisierung immer beliebter. Durch das Internet kann man sich zu so ziemlich jedem Kulturkreis informieren. Andere Kulturen erleben kann man allerdings oft nur durch lange Reisen – und die sind oft teuer und zeitintensiv. Zumindest glauben das bestimmt die meisten Leser. Tatsächlich ist es auch ganz ohne Weltreise möglich, neue Kulturkreise zu erkunden. Denn auch hier in Deutschland gibt es viele unterschiedliche Bräuche aus aller Welt. Man muss nur wissen, wo man sie finden kann. Wer sich zum Beispiel für Japan begeistert, braucht nicht bis nach Tokio zu reisen, um ein Stückchen Orient zu erleben, sondern nur bis nach Düsseldorf. Denn Düsseldorf hat die größte japanische Gemeinschaft in ganz Europa. Im sogenannten „japanischen Viertel“ in Düsseldorf gibt es japanische Läden und Restaurants mit authentischen japanischen Speisen. Die Inhaber sind hierbei fast immer Japaner, und alle wichtigen Informationen gibt es natürlich auch auf Japanisch. Der jährliche Höhepunkt ist der Japantag, ein Japanfestival in der Innenstadt.Da kann ich nur eins sagen: ab nach Düsseldorf! Reichliche Infos zu anderen Kulturen gibt es in diesem Artikel

Haben wir noch eine Streitkultur in Deutschland!

Kultur ist ein Begriff, der auf viele Art und Weisen definiert werden kann. Meistens betrachten wir Kultur als Erscheinungen in Form von Veranstaltungen, Konzerten und Ausstellungen also im weitesten Sinne als eine öffentlich zugängliche Darstellung von Kunst.

streit-24025Kultur beschreibt aber auch unser Zusammenleben, die täglichen sozialen Interaktionen, die das Wesen unserer Gesellschaft prägen. Dazu gehört auch das Streiten und die Fähigkeit, Konflikte im Gespräch zu lösen. Die deutsche Sprache kennt hierfür passenderweise auch ein Wort, die Streitkultur.

Im Angesicht ständig neuer verbaler Entgleisungen in den Medien konnte man sich in den letzten Wochen jedoch vermehrt fragen: Haben wir in Deutschland überhaupt noch eine Streitkultur? Brauchen wir womöglich eine Streitkultur 2.0, welche die sich immer schneller ändernden Verhältnisse berücksichtig?

Am schwierigen Umgang mit der AfD zeigt sich das ganze Problem unserer heutigen Streitkultur. Im Vorfeld der Wahlen in Rheinland-Pfalz, kam es im Hinblick auf die geplante TV-Debatte zum Eklat. Die SPD wollte nicht mit der AfD woraufhin andere Parteien wie die CDU wiederum nicht mit der SPD reden wollten. Die Taktik der Ausgrenzung hat sich somit schon einmal als unzureichend für eine neue Streitkultur erwiesen.

Wie steht es dagegen mit den sozialen Medien als Plattform für die Streitkultur 2.0? Hier ist schon über die letzten Monate eine extreme Entgrenzung von dem zu beobachten, was im normalen sozialen Leben als die Grundfesten anständigen Umgangs gesehen werden können. Diese Entgleisungen – auch von Politkern – werden dann auch in die öffentlichen Medien weitergetragen und vergiften auch hier das Klima.

Wie also zu einer neuen Streitkultur finden? An diesem Punkt müssen Medien, Menschen und Politik zusammen in der Debatte nach neuen Wegen und Mitteln suchen, um die Probleme der Gegenwart wieder in einem gesittetem Umfeld diskutieren und lösen zu können.

Gibt es einen Kultur-Overkill?

KulturKrone_023_schereKultur ist gut. Kultur ist ein Gut. Ein schützenswertes Gut.  Die logische Schlussfolgerung könnte daher sein, dass es gar nicht genug Kulturangebote geben kann. Um so mehr um so besser? Klingt eigentlich nach einer einfachen Rechnung.

Ganz so einfach ist diese Rechnung jedoch leider nicht. Wie so oft im Leben. Das österreichische Magazin DiePresse kam z.B. zu der Schlussfolgerung “Zu viel Kultur kann die Innovation verhindern“. Der Artikel nimmt dann zwar eine etwas andere Richtung als dieser Post. Die Kernaussage der Überschrift kann aber als Diskussionsausgang übernommen werden.

Ist zu viel Kultur schädlich? Fakt ist, dass Kultur kein Gut ist, dass man an seinem erwirtschafteten Gewinn messen kann. Kultur benötigt oft Zuschüsse, weil sie sich alleine auf sich gestellt nicht tragen kann. Daher ist die logische Schlussfolgerung, dass um so mehr Kulturprojekte angeboten werden, um so weniger für alle herausspringt. Große Kulturinstitutionen fordern daher in regelmäßigen Abständen nach einer Begrenzung, ein weiterhin ein hohes kulturelles Niveau anbieten zu können.

Die Argumentationskette klingt schlüssig. Quantität geht oft zu Lasten der Qualität. Quantität bedeutet gleichzeitig aber auch Diversität und Abwechslung. Und gerade hier liegt die Innovationskraft von Kultur, in der Verbindung unterschiedlicher Ansätze.

Gerade in Zeiten in denen Integration
eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen darstellt kann die Antwort auf die oben gestellte Frage daher nur lauten: Es kann gar nicht genug Kultur geben?

Kulturkonsum

streamNie war es so einfach kulturelle Angebote wahrzunehmen. Streamingdienste wie Spotify eröffnen teilweise kostenlosen Zugang
zu riesigen Musikbibliotheken und mit günstigen ebooks ist es möglich tausende Seiten Weltliteratur auf einem kleinen Speicherchip zu sichern.  Das google art project ermöglicht es Kunstinteressierten Internetnutzern den Zugang zu Kunstwerken aus renommierten Museen und privaten Sammlungen. Die ganze Welt der Kultur bzw. die Kultur der ganzen Welt ist nur noch einen Click weit entfernt.

Das ist erfreulich. Aber auch gefährlich. Wie in meinem letzten Post bereits erwähnt birgt die Digitalisierung der Kulturszene Chancen und Risiken in sich. Wo ist der Wert von Kultur wenn ich sie mit einem Click von meiner Festplatte löschen kann. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit kulturellen Gütern findet kaum noch statt. Inzwischen gibt es eine regelrechte Kulturindustrie deren Unterschied zur Unterhaltungsindustrie teilweise kaum noch
feststellbar ist. Bald werden Kunstwerke auch am Fließband produziert oder bei schlechten Quoten einfach wieder abgesetzt als Datenmüll abgetan.

Menschen konsumieren Kultur inzwischen fast nur noch statt sie zu reflektieren, über sie zu reden und sich Zeit zu nehmen sie wirklich auch bewusst wahrzunehmen. Sparte man früher Monatelang um die nächste Pink Floyd Platte erwerben zu können reicht heute ein Mausklick. Gefällt es nicht in den ersten 30 Sekunden? Kein Problem. Klick. Nächster Song. Nächster Künstler.

Bisher sind sowohl Politik als auch die Kulturszene nachhaltige Antworten auf diese Problematik schuldig geblieben. Aber Antworten werden sie finden müssen um die Zukunft von Kunst und Kultur nicht dem Kapitalismus und den Technologieunternehmen zu überlassen.

Kultur im digitalen Zeitalter


Heute im Jahr 2015 kann man vielleicht nicht mehr von einer digitalen Revolution sprechen. Die Zeiten in denen die technologische Entwicklung und digitaler Medien und Kommunikationsformen unseren Alltag in einem rasanten Tempo veränderten, scheinen vorbei. Oder wir haben uns einfach inzwischen an die Geschwindigkeit gewöhnt. Denn noch immer ist unsere Gesellschaft, die Medien, die Politik und auch die Kultur den Veränderungen, durch neue digitale Entwicklungen ausgesetzt. Spotify und Netflix sind dabei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, die vor allem den Bereich von Kultur (Musik und Film) besonders beeinflusst haben.

Worin  sich die Geister scheiden, ist die Frage, ob die Entwicklung, welche die digitalen Medien und Technologien in Gang gesetzt haben, positiv oder negativ zu bewerten sind.  Soziale Medien und Streamingdienste machen es beispielsweise Newcomern so einfach wie selten zuvor ihre eigene Musik auch ohne Vertrag bei einem großen Musiklabel zu veröffentlichen und zu promoten. Damit wird ebenso die musikalischen Vielfalt gefördert. So zumindest lauten einige der Argumente der Optimisten. Die Pessimisten entgegnen darauf in der Regel, dass somit insgesamt die Qualität kultureller Produktionen sinkt zugunsten der Quantität. Durch die steigende Anzahl an Amateurproduktionen würde es somit schwieriger die wirklich hochwertigen Kunst- und Kulturprodukte zu finden und zu finanzieren.

Die Wahrheit liegt wahrscheinlich wie so oft in der Mitte. Ohne Zweifel ist jedoch, dass wir uns stärker damit auseinandersetzen müssen, wie digitale Kommunikation (z.B. WhatsApp) und Technologien unsere Art zu Leben verändert. Denn nur so können wir auch Einfluss darauf nehmen, wie diese Veränderungen unser Leben betreffen sollen. Dies gilt für alle Bereiche. Unser Privatleben, die Politik und ebenso für Kunst und Kultur.


Stuttgart: Deutschlands Kulturhauptstadt

kultur stuttgartWer glaubt, dass Berlin oder München das größte Kulturangebot in Deutschland bieten, der liegt absolut daneben. Den Spitzenplatz belegt nämlich Stuttgart gefolgt von München, Dresden und Berlin. Stuttgart, die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg hat insgesamt ca. 600.000 Einwohner und ist somit die sechstgrößte Stadt Deutschlands.

Den Ergebnissen einer Studie zufolge hat Stuttgart das reichhaltigste Kulturangebot innerhalb Deutschlands. Untersucht wurden bei dieser Studie nicht nur die Bedeutung der Kulturwirtschaft, sondern auch das Kulturangebot insgesamt und die Nachfrage nach Kulturangeboten. In Stuttgart hat vor allem die Kultur als Arbeitgeber eine sehr hohe Bedeutung. Laut Untersuchungen sind ungefähr 7,4 % der Beschäftigten in der Kulturbranche beschäftigt. Wichtige Informationen rund Kultur in Stuttgart findet ihr hier.

Stuttgart hat sich jedoch im Laufe der Jahre durchaus auch zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort entwickelt. Stuttgart hat sich aufgrund von ansässigen Unternehmen wie Porsche und Daimler zu einem innovativen Technik-Standort entwickelt und bietet sehr gute Zukunftsperspektiven.

Neben bekannten Automobilherstellern hat auch Bosch seinen Firmensitz in Stuttgart und ist wichtigerer Zulieferer der Fahrzeugindustrie und ist gleichzeitig auch Hersteller von Gebrauchsgütern. Bosch zählt zu den größten GmbHs in Deutschland.

Stuttgart bietet attraktive Lebensbedingungen und viele interessante Events. Auch seine geographische Lage innerhalb Deutschlands und Europas sind Anreiz für Unternehmen sich hier niederzulassen. Daher finden sich in Stuttgart viele bekannte Unternehmen und Marken.

Die Zukunft des Buchladens als Kulturvermittler

Bücher

Bücher sind Literatur und Literatur ist teil unserer Identität, unserer Kultur.Ohne Werke wie Faust oder die Buddenbrooks wäre die deutsche Kulturlandschaft eine andere. Und was wäre Weihnachten ohne Charles Dickens “A Christmas Carol”?

Das Buchgeschäft ist seit mehreren Jahren wie unsere gesamte Kultur einem radikalen Wandel unterworfen. Wo einst kleine private Buchhandlungen existierten, welche ein individuelles und vielfältiges Angebot schufen, findet man heute nur noch große Buchhandlungsketten wie Thalia und Hugendubel (mit dem immer gleichen Angebot der immer gleichen Bestseller) sowie der scheinbar allmächtige Internetkonzern Amazon. An die Stelle von Vielfalt ist Konformität getreten.

Nun ist erneut ein hoffnungsvoller Versuch gescheitert, dem Buch aus der kulturellen Einheitsmasse der großen Ketten herauszuhelfen . Die Berliner Buchhandlung ocelot, welche mit dem Motto „not another bookstore“ und einem innovativen Konzept gestartet war, musste letztes Jahr Insolvenz anmelden und nun nach neuesten Meldungen sein Geschäft in Berlin komplett aufgeben. Ins Leben gerufen mit dem Anspruch das Leseerlebnis zu revolutionieren, einem ausgewählten Sortiment sowie einem Café- und Lesebereich mit Wlan in zentraler Berliner Lage, muss das junge Unternehmen nun den Kampf mit Marktgrößen des Buchvertriebs aufgeben.

Eine traurige Meldung, denn gerade die Vielfalt und die individuellen Ideen sind es, die unsere Kultur und unser ganzes Leben, erst spannend, abwechslungsreich und interessant machen. Ich hoffe, dass sich zukünftige Gründer durch diese Nachricht nicht entmutigen lassen und die kleine private Buchhandlung als Vermittler kultureller Werte in Deutschland weiterhin eine Zukunft hat.

Kulturangebot in Deutschland

Deutschland wird oft auch als das „Volk der Dichter und Denker“ bezeichnet. Deutschland ist bekannt für seine berühmten Dichter und Schreiber. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Jedes Jahr erscheinen so bundesweit rund 94.000 neue oder neu aufgelegte Bücher. Die Frankfurter Buchmesse ist für viele Lesewürmer ein Pflichttermin. Dieses Jahr findet die Buchmesse vom 14. – 18. Oktober 2015 statt und bietet ein großartiges Programm für Fach- oder Privatbesucher. Dieses Jahr erhält die Buchmesse zudem ein neues Messekonzept und Hallenlayout.

Aber das ist noch lange nicht alles, was an Kulturprogramm in Deutschland dargeboten wird. Neben den großen Klassikern der Philosophie und Literatur gibt es natürlich auch eine sehr lebendige Kunst- und Kulturszene. Jedes Jahr im Februar findet die Berlinale statt – die Internationalen Filmfestspiele in Berlin, die auch international Aufmerksamkeit erregt.

Damit nicht genug. Wer es lieber etwas „wilder“ mag, der findet ein großes Angebot an Volksfesten und Festivals. Am bekanntesten ist wohl das Oktoberfest in München. Es ist das weltweit größte Volksfest und findet seit 1810 in München auf der Theresienwiese statt. Von Einheimischen wird dieses Fest auch als „Wiesn“ bezeichnet. Jährlich zieht dieses Event über 6 Millionen an. Die Brauereien aus München produzieren für dieses Fest ein spezielles Bier.

Zudem finden in Deutschland jährlich ungefähr 100.000 Theateraufführungen und 7.000 Konzerte statt. Da ist ganz sicher für jeden Geschmack was dabei.

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