Die Zukunft des Buchladens als Kulturvermittler

Bücher

Bücher sind Literatur und Literatur ist teil unserer Identität, unserer Kultur.Ohne Werke wie Faust oder die Buddenbrooks wäre die deutsche Kulturlandschaft eine andere. Und was wäre Weihnachten ohne Charles Dickens “A Christmas Carol”?

Das Buchgeschäft ist seit mehreren Jahren wie unsere gesamte Kultur einem radikalen Wandel unterworfen. Wo einst kleine private Buchhandlungen existierten, welche ein individuelles und vielfältiges Angebot schufen, findet man heute nur noch große Buchhandlungsketten wie Thalia und Hugendubel (mit dem immer gleichen Angebot der immer gleichen Bestseller) sowie der scheinbar allmächtige Internetkonzern Amazon. An die Stelle von Vielfalt ist Konformität getreten.

Nun ist erneut ein hoffnungsvoller Versuch gescheitert, dem Buch aus der kulturellen Einheitsmasse der großen Ketten herauszuhelfen . Die Berliner Buchhandlung ocelot, welche mit dem Motto „not another bookstore“ und einem innovativen Konzept gestartet war, musste letztes Jahr Insolvenz anmelden und nun nach neuesten Meldungen sein Geschäft in Berlin komplett aufgeben. Ins Leben gerufen mit dem Anspruch das Leseerlebnis zu revolutionieren, einem ausgewählten Sortiment sowie einem Café- und Lesebereich mit Wlan in zentraler Berliner Lage, muss das junge Unternehmen nun den Kampf mit Marktgrößen des Buchvertriebs aufgeben.

Eine traurige Meldung, denn gerade die Vielfalt und die individuellen Ideen sind es, die unsere Kultur und unser ganzes Leben, erst spannend, abwechslungsreich und interessant machen. Ich hoffe, dass sich zukünftige Gründer durch diese Nachricht nicht entmutigen lassen und die kleine private Buchhandlung als Vermittler kultureller Werte in Deutschland weiterhin eine Zukunft hat.