Kulturkonsum

streamNie war es so einfach kulturelle Angebote wahrzunehmen. Streamingdienste wie Spotify eröffnen teilweise kostenlosen Zugang
zu riesigen Musikbibliotheken und mit günstigen ebooks ist es möglich tausende Seiten Weltliteratur auf einem kleinen Speicherchip zu sichern.  Das google art project ermöglicht es Kunstinteressierten Internetnutzern den Zugang zu Kunstwerken aus renommierten Museen und privaten Sammlungen. Die ganze Welt der Kultur bzw. die Kultur der ganzen Welt ist nur noch einen Click weit entfernt.

Das ist erfreulich. Aber auch gefährlich. Wie in meinem letzten Post bereits erwähnt birgt die Digitalisierung der Kulturszene Chancen und Risiken in sich. Wo ist der Wert von Kultur wenn ich sie mit einem Click von meiner Festplatte löschen kann. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit kulturellen Gütern findet kaum noch statt. Inzwischen gibt es eine regelrechte Kulturindustrie deren Unterschied zur Unterhaltungsindustrie teilweise kaum noch
feststellbar ist. Bald werden Kunstwerke auch am Fließband produziert oder bei schlechten Quoten einfach wieder abgesetzt als Datenmüll abgetan.

Menschen konsumieren Kultur inzwischen fast nur noch statt sie zu reflektieren, über sie zu reden und sich Zeit zu nehmen sie wirklich auch bewusst wahrzunehmen. Sparte man früher Monatelang um die nächste Pink Floyd Platte erwerben zu können reicht heute ein Mausklick. Gefällt es nicht in den ersten 30 Sekunden? Kein Problem. Klick. Nächster Song. Nächster Künstler.

Bisher sind sowohl Politik als auch die Kulturszene nachhaltige Antworten auf diese Problematik schuldig geblieben. Aber Antworten werden sie finden müssen um die Zukunft von Kunst und Kultur nicht dem Kapitalismus und den Technologieunternehmen zu überlassen.