Gibt es einen Kultur-Overkill?

KulturKrone_023_schereKultur ist gut. Kultur ist ein Gut. Ein schützenswertes Gut.  Die logische Schlussfolgerung könnte daher sein, dass es gar nicht genug Kulturangebote geben kann. Um so mehr um so besser? Klingt eigentlich nach einer einfachen Rechnung.

Ganz so einfach ist diese Rechnung jedoch leider nicht. Wie so oft im Leben. Das österreichische Magazin DiePresse kam z.B. zu der Schlussfolgerung “Zu viel Kultur kann die Innovation verhindern“. Der Artikel nimmt dann zwar eine etwas andere Richtung als dieser Post. Die Kernaussage der Überschrift kann aber als Diskussionsausgang übernommen werden.

Ist zu viel Kultur schädlich? Fakt ist, dass Kultur kein Gut ist, dass man an seinem erwirtschafteten Gewinn messen kann. Kultur benötigt oft Zuschüsse, weil sie sich alleine auf sich gestellt nicht tragen kann. Daher ist die logische Schlussfolgerung, dass um so mehr Kulturprojekte angeboten werden, um so weniger für alle herausspringt. Große Kulturinstitutionen fordern daher in regelmäßigen Abständen nach einer Begrenzung, ein weiterhin ein hohes kulturelles Niveau anbieten zu können.

Die Argumentationskette klingt schlüssig. Quantität geht oft zu Lasten der Qualität. Quantität bedeutet gleichzeitig aber auch Diversität und Abwechslung. Und gerade hier liegt die Innovationskraft von Kultur, in der Verbindung unterschiedlicher Ansätze.

Gerade in Zeiten in denen Integration
eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen darstellt kann die Antwort auf die oben gestellte Frage daher nur lauten: Es kann gar nicht genug Kultur geben?