Kategorie-Archiv: Kultur

Kultur der DDR – die Wiege des Upcyclings?

Die Kultur der DDR war bunt und vielfältig

Die Kultur der DDR war bunter als viele es vielleicht glauben möchten. Zwischen Zensur und Rebellion war Kultur für viele DDR Bürger eines der Ventile, um ihren Ärger über die bestehenden Missstände Luft zu machen. Auf der anderen Seite zeugt Kultur der DDR von der Kreativität ihrer Bürger und von der Fähigkeit, aus wenig viel zu machen. Viele für uns heute selbstverständliche Dinge des Alltagsgebrauch waren in der DDR nur unter der Ladentheke oder durch Beziehungen zu erhalten und auch dann nur in begrenztem Umfang. Von der Kreativität und dem Geschick der DDR Bürger erzählt auch die Sonderausstellung “Olle DDR” in Apolda. Das was wir heute Upcycling nennen, also aus scheinbar Nutzlosem und zum Wegwerfen bestimmten Dingen Nützliches zu schaffen, war in der DDR gang und gäbe. So finden sich in der Ausstellung Kuriositäten vom Schlüsselanhänger aus Blech bis zur Spiegeleinfassung aus Holzklammern. Was heute als Kunst verkauft werden könnte, entstand damals aus der Not heraus, nichts Besseres zu haben – und Not macht bekanntermaßen erfinderisch. Die Sonderausstellung bringt ihren Besuchern ein spannendes Stück DDR Geschichte näher und ist daher nicht nur ehemaligen DDR Bürgern, sondern allen anderen zu empfehlen.

Andere Kulturen – auch ohne Weltreise

Andere Kulturen hautnah erleben: in Düsseldorf ist es möglich

Wer interessiert sich im heutigen Zeitalter nicht für andere Kulturen? Vor allem Fremdes und Exotisches ist dank stetiger Globalisierung immer beliebter. Durch das Internet kann man sich zu so ziemlich jedem Kulturkreis informieren. Andere Kulturen erleben kann man allerdings oft nur durch lange Reisen – und die sind oft teuer und zeitintensiv. Zumindest glauben das bestimmt die meisten Leser. Tatsächlich ist es auch ganz ohne Weltreise möglich, neue Kulturkreise zu erkunden. Denn auch hier in Deutschland gibt es viele unterschiedliche Bräuche aus aller Welt. Man muss nur wissen, wo man sie finden kann. Wer sich zum Beispiel für Japan begeistert, braucht nicht bis nach Tokio zu reisen, um ein Stückchen Orient zu erleben, sondern nur bis nach Düsseldorf. Denn Düsseldorf hat die größte japanische Gemeinschaft in ganz Europa. Im sogenannten „japanischen Viertel“ in Düsseldorf gibt es japanische Läden und Restaurants mit authentischen japanischen Speisen. Die Inhaber sind hierbei fast immer Japaner, und alle wichtigen Informationen gibt es natürlich auch auf Japanisch. Der jährliche Höhepunkt ist der Japantag, ein Japanfestival in der Innenstadt.Da kann ich nur eins sagen: ab nach Düsseldorf! Reichliche Infos zu anderen Kulturen gibt es in diesem Artikel

Gibt es einen Kultur-Overkill?

KulturKrone_023_schereKultur ist gut. Kultur ist ein Gut. Ein schützenswertes Gut.  Die logische Schlussfolgerung könnte daher sein, dass es gar nicht genug Kulturangebote geben kann. Um so mehr um so besser? Klingt eigentlich nach einer einfachen Rechnung.

Ganz so einfach ist diese Rechnung jedoch leider nicht. Wie so oft im Leben. Das österreichische Magazin DiePresse kam z.B. zu der Schlussfolgerung “Zu viel Kultur kann die Innovation verhindern“. Der Artikel nimmt dann zwar eine etwas andere Richtung als dieser Post. Die Kernaussage der Überschrift kann aber als Diskussionsausgang übernommen werden.

Ist zu viel Kultur schädlich? Fakt ist, dass Kultur kein Gut ist, dass man an seinem erwirtschafteten Gewinn messen kann. Kultur benötigt oft Zuschüsse, weil sie sich alleine auf sich gestellt nicht tragen kann. Daher ist die logische Schlussfolgerung, dass um so mehr Kulturprojekte angeboten werden, um so weniger für alle herausspringt. Große Kulturinstitutionen fordern daher in regelmäßigen Abständen nach einer Begrenzung, ein weiterhin ein hohes kulturelles Niveau anbieten zu können.

Die Argumentationskette klingt schlüssig. Quantität geht oft zu Lasten der Qualität. Quantität bedeutet gleichzeitig aber auch Diversität und Abwechslung. Und gerade hier liegt die Innovationskraft von Kultur, in der Verbindung unterschiedlicher Ansätze.

Gerade in Zeiten in denen Integration
eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen darstellt kann die Antwort auf die oben gestellte Frage daher nur lauten: Es kann gar nicht genug Kultur geben?

Kulturkonsum

streamNie war es so einfach kulturelle Angebote wahrzunehmen. Streamingdienste wie Spotify eröffnen teilweise kostenlosen Zugang
zu riesigen Musikbibliotheken und mit günstigen ebooks ist es möglich tausende Seiten Weltliteratur auf einem kleinen Speicherchip zu sichern.  Das google art project ermöglicht es Kunstinteressierten Internetnutzern den Zugang zu Kunstwerken aus renommierten Museen und privaten Sammlungen. Die ganze Welt der Kultur bzw. die Kultur der ganzen Welt ist nur noch einen Click weit entfernt.

Das ist erfreulich. Aber auch gefährlich. Wie in meinem letzten Post bereits erwähnt birgt die Digitalisierung der Kulturszene Chancen und Risiken in sich. Wo ist der Wert von Kultur wenn ich sie mit einem Click von meiner Festplatte löschen kann. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit kulturellen Gütern findet kaum noch statt. Inzwischen gibt es eine regelrechte Kulturindustrie deren Unterschied zur Unterhaltungsindustrie teilweise kaum noch
feststellbar ist. Bald werden Kunstwerke auch am Fließband produziert oder bei schlechten Quoten einfach wieder abgesetzt als Datenmüll abgetan.

Menschen konsumieren Kultur inzwischen fast nur noch statt sie zu reflektieren, über sie zu reden und sich Zeit zu nehmen sie wirklich auch bewusst wahrzunehmen. Sparte man früher Monatelang um die nächste Pink Floyd Platte erwerben zu können reicht heute ein Mausklick. Gefällt es nicht in den ersten 30 Sekunden? Kein Problem. Klick. Nächster Song. Nächster Künstler.

Bisher sind sowohl Politik als auch die Kulturszene nachhaltige Antworten auf diese Problematik schuldig geblieben. Aber Antworten werden sie finden müssen um die Zukunft von Kunst und Kultur nicht dem Kapitalismus und den Technologieunternehmen zu überlassen.