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Kultur der DDR – die Wiege des Upcyclings?

Die Kultur der DDR war bunt und vielfältig

Die Kultur der DDR war bunter als viele es vielleicht glauben möchten. Zwischen Zensur und Rebellion war Kultur für viele DDR Bürger eines der Ventile, um ihren Ärger über die bestehenden Missstände Luft zu machen. Auf der anderen Seite zeugt Kultur der DDR von der Kreativität ihrer Bürger und von der Fähigkeit, aus wenig viel zu machen. Viele für uns heute selbstverständliche Dinge des Alltagsgebrauch waren in der DDR nur unter der Ladentheke oder durch Beziehungen zu erhalten und auch dann nur in begrenztem Umfang. Von der Kreativität und dem Geschick der DDR Bürger erzählt auch die Sonderausstellung “Olle DDR” in Apolda. Das was wir heute Upcycling nennen, also aus scheinbar Nutzlosem und zum Wegwerfen bestimmten Dingen Nützliches zu schaffen, war in der DDR gang und gäbe. So finden sich in der Ausstellung Kuriositäten vom Schlüsselanhänger aus Blech bis zur Spiegeleinfassung aus Holzklammern. Was heute als Kunst verkauft werden könnte, entstand damals aus der Not heraus, nichts Besseres zu haben – und Not macht bekanntermaßen erfinderisch. Die Sonderausstellung bringt ihren Besuchern ein spannendes Stück DDR Geschichte näher und ist daher nicht nur ehemaligen DDR Bürgern, sondern allen anderen zu empfehlen.

Haben wir noch eine Streitkultur in Deutschland!

Kultur ist ein Begriff, der auf viele Art und Weisen definiert werden kann. Meistens betrachten wir Kultur als Erscheinungen in Form von Veranstaltungen, Konzerten und Ausstellungen also im weitesten Sinne als eine öffentlich zugängliche Darstellung von Kunst.

streit-24025Kultur beschreibt aber auch unser Zusammenleben, die täglichen sozialen Interaktionen, die das Wesen unserer Gesellschaft prägen. Dazu gehört auch das Streiten und die Fähigkeit, Konflikte im Gespräch zu lösen. Die deutsche Sprache kennt hierfür passenderweise auch ein Wort, die Streitkultur.

Im Angesicht ständig neuer verbaler Entgleisungen in den Medien konnte man sich in den letzten Wochen jedoch vermehrt fragen: Haben wir in Deutschland überhaupt noch eine Streitkultur? Brauchen wir womöglich eine Streitkultur 2.0, welche die sich immer schneller ändernden Verhältnisse berücksichtig?

Am schwierigen Umgang mit der AfD zeigt sich das ganze Problem unserer heutigen Streitkultur. Im Vorfeld der Wahlen in Rheinland-Pfalz, kam es im Hinblick auf die geplante TV-Debatte zum Eklat. Die SPD wollte nicht mit der AfD woraufhin andere Parteien wie die CDU wiederum nicht mit der SPD reden wollten. Die Taktik der Ausgrenzung hat sich somit schon einmal als unzureichend für eine neue Streitkultur erwiesen.

Wie steht es dagegen mit den sozialen Medien als Plattform für die Streitkultur 2.0? Hier ist schon über die letzten Monate eine extreme Entgrenzung von dem zu beobachten, was im normalen sozialen Leben als die Grundfesten anständigen Umgangs gesehen werden können. Diese Entgleisungen – auch von Politkern – werden dann auch in die öffentlichen Medien weitergetragen und vergiften auch hier das Klima.

Wie also zu einer neuen Streitkultur finden? An diesem Punkt müssen Medien, Menschen und Politik zusammen in der Debatte nach neuen Wegen und Mitteln suchen, um die Probleme der Gegenwart wieder in einem gesittetem Umfeld diskutieren und lösen zu können.

Gibt es einen Kultur-Overkill?

KulturKrone_023_schereKultur ist gut. Kultur ist ein Gut. Ein schützenswertes Gut.  Die logische Schlussfolgerung könnte daher sein, dass es gar nicht genug Kulturangebote geben kann. Um so mehr um so besser? Klingt eigentlich nach einer einfachen Rechnung.

Ganz so einfach ist diese Rechnung jedoch leider nicht. Wie so oft im Leben. Das österreichische Magazin DiePresse kam z.B. zu der Schlussfolgerung “Zu viel Kultur kann die Innovation verhindern“. Der Artikel nimmt dann zwar eine etwas andere Richtung als dieser Post. Die Kernaussage der Überschrift kann aber als Diskussionsausgang übernommen werden.

Ist zu viel Kultur schädlich? Fakt ist, dass Kultur kein Gut ist, dass man an seinem erwirtschafteten Gewinn messen kann. Kultur benötigt oft Zuschüsse, weil sie sich alleine auf sich gestellt nicht tragen kann. Daher ist die logische Schlussfolgerung, dass um so mehr Kulturprojekte angeboten werden, um so weniger für alle herausspringt. Große Kulturinstitutionen fordern daher in regelmäßigen Abständen nach einer Begrenzung, ein weiterhin ein hohes kulturelles Niveau anbieten zu können.

Die Argumentationskette klingt schlüssig. Quantität geht oft zu Lasten der Qualität. Quantität bedeutet gleichzeitig aber auch Diversität und Abwechslung. Und gerade hier liegt die Innovationskraft von Kultur, in der Verbindung unterschiedlicher Ansätze.

Gerade in Zeiten in denen Integration
eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen darstellt kann die Antwort auf die oben gestellte Frage daher nur lauten: Es kann gar nicht genug Kultur geben?